Du musst eine XRechnung erstellen und weisst nicht genau, wie? Keine Sorge. Der Prozess ist weniger kompliziert, als er auf den ersten Blick wirkt. In dieser Anleitung gehst du Schritt fuer Schritt durch alles, was du brauchst: vom Pflichtfeld ueber die Leitweg-ID bis zur fertigen XML-Datei. Inklusive konkretem XML-Beispiel, Validierungs-Tipp und kostenlosem Tool fuer den Versand.
Was ist eine XRechnung?
XRechnung ist ein strukturiertes XML-Format fuer elektronische Rechnungen. Es basiert auf der europaeischen Norm EN 16931 und verwendet die UBL-2.1-Syntax oder das UN/CEFACT CII-Format. XRechnung ist die offizielle deutsche CIUS (Core Invoice Usage Specification) und wird von der KoSIT (Koordinierungsstelle fuer IT-Standards) gepflegt.
Anders als eine PDF-Rechnung enthaelt eine XRechnung keine visuelle Darstellung. Es ist eine reine Datendatei, die von Software gelesen und verarbeitet wird. Fuer den Menschen sieht das auf den ersten Blick nach kryptischem Code aus. Aber genau das ist der Punkt: Maschinen koennen die Daten automatisch auslesen, zuordnen und verbuchen.
XRechnung ist Pflicht bei Rechnungen an Bundesbehoerden und die meisten Landesbehoerden. Im B2B-Bereich ist sie ab 2025 eines der akzeptierten Formate fuer die E-Rechnungspflicht. Auch Kleinunternehmer muessen ab 2025 elektronische Rechnungen empfangen koennen.
XRechnung vs. ZUGFeRD — kurz erklaert
Beide Formate erfuellen die deutsche und europaeische Norm. Der praktische Unterschied: XRechnung ist eine reine XML-Datei. ZUGFeRD ist ein PDF mit eingebettetem XML — also gleichzeitig menschenlesbar und maschinenlesbar. Behoerden verlangen meist XRechnung. Im B2B reicht oft auch ZUGFeRD. Mehr dazu im Detail-Vergleich XRechnung vs. ZUGFeRD.
Was du vorher brauchst
Bevor du loslegst, solltest du ein paar Dinge bereithalten. Das spart spaeter Nachfragen und Validierungsfehler.
Leitweg-ID finden und eintragen
Die Leitweg-ID ist eine Kennummer, die den Empfaenger deiner Rechnung eindeutig identifiziert. Sie wird vor allem im oeffentlichen Sektor verwendet. Jede Behoerde, jede oeffentliche Einrichtung hat eine eigene Leitweg-ID.
Format: Die ID folgt einem festen Schema. Typisch sieht sie so aus: 04011000-1234512345-01. Der erste Block identifiziert die uebergeordnete Einheit (Bund, Land, Kommune), der mittlere die konkrete Stelle, der letzte ist eine Pruefziffer.
Woher bekommst du die Leitweg-ID? In der Regel steht sie in der Bestellung, im Vertrag oder in der Auftragsbestaetigung. Falls nicht, frag direkt beim Auftraggeber nach — die Stelle muss sie kennen. Es gibt auch oeffentliche Verzeichnisse (z.B. das Leitweg-ID-Verzeichnis des Bundes), aber die sind nicht immer vollstaendig.
Wichtig: Fuer B2B-Rechnungen an Privatunternehmen brauchst du keine Leitweg-ID. Sie ist nur bei oeffentlichen Auftraggebern Pflicht. Mehr zum Versand an Behoerden findest du im Artikel E-Rechnung an Behoerden senden.
Pflichtfelder im Ueberblick
Eine XRechnung muss bestimmte Felder enthalten. Fehlt eines, schlaegt die Validierung fehl. Hier die wichtigsten Business Terms (BT) aus der EN 16931:
- Rechnungsnummer (BT-1): Eindeutig, fortlaufend
- Rechnungsdatum (BT-2): Im Format YYYY-MM-DD
- Rechnungsart (BT-3): Code 380 fuer normale Rechnungen, 381 fuer Gutschriften, 384 fuer Korrekturrechnungen
- Waehrung (BT-5): Dreistelliger ISO-Code, z.B. EUR
- Kaeufername (BT-44): Vollstaendiger Name des Rechnungsempfaengers
- Verkaeufername (BT-27): Dein Unternehmensname
- Verkaeufer-Adresse (BG-5): Strasse, PLZ, Ort, Land
- Kaeufer-Adresse (BG-8): Strasse, PLZ, Ort, Land
- Steuernummer oder USt-IdNr. (BT-31/BT-32): Mindestens eine davon
- Zahlungsbedingungen (BT-20): Faelligkeitsdatum oder Zahlungsziel
- Bankverbindung (BT-84/BT-85): IBAN und ggf. BIC
- Rechnungspositionen (BG-25): Mindestens eine Position mit Beschreibung, Menge, Einzelpreis, Steuersatz
- E-Mail-Adresse Verkaeufer (BT-43): In XRechnung 3.0 Pflicht
Das wirkt nach viel. Die meisten Felder stehen aber sowieso auf jeder normalen Rechnung. Eine vollstaendige Pflichtangaben-Checkliste findest du in unserem separaten Ratgeber. Neu ist nur, dass die Daten in einer definierten Struktur vorliegen muessen.
Bestellnummer und Referenzen
Viele Auftraggeber vergeben eine Bestellnummer oder ein Aktenzeichen. Falls vorhanden, gehoert diese Referenz in das Feld BT-13 (Bestellnummer) oder BT-12 (Vertragsnummer). Gerade bei groesseren Unternehmen und Behoerden ist die Bestellnummer entscheidend fuer die interne Zuordnung. Ohne sie kann die Rechnung zwar valide sein, landet aber trotzdem in der manuellen Nachbearbeitung.
Mein Tipp: Frag bei jedem neuen Auftrag nach einer Bestellreferenz und trage sie konsequent ein. Das beschleunigt die Zahlung erheblich.
XRechnung in 5 Schritten erstellen
Jetzt wird es praktisch. So erstellst du eine XRechnung in unter fuenf Minuten.
1. Rechnungstool oeffnen
Du brauchst eine Software, die XRechnungen im UBL- oder CII-Format erzeugen kann. Von Hand eine XML-Datei schreiben ist theoretisch moeglich, in der Praxis aber Wahnsinn — die Fehlerquote ist zu hoch und die XML-Struktur zu komplex.
In SimplyBills waehlst du beim Erstellen einer neuen Rechnung einfach "XRechnung" als Ausgabeformat. Das Tool kennt die Pflichtfelder und fuehrt dich durch den Prozess. Im Free-Plan sind 5 XRechnungen pro Monat kostenlos enthalten — ideal fuer Freelancer und Handwerker mit wenigen Behoerdenkunden. Siehe auch unsere Preisuebersicht.
2. Absender- und Empfaengerdaten eingeben
Trage deine Unternehmensdaten ein: Name, Adresse, Steuernummer oder USt-IdNr., Bankverbindung, E-Mail-Adresse. Diese Daten legst du idealerweise einmalig im Profil an. Dann werden sie bei jeder Rechnung automatisch uebernommen.
Beim Empfaenger: Name und Adresse. Bei oeffentlichen Auftraggebern zusaetzlich die Leitweg-ID. Falls dein Empfaenger eine PEPPOL-Teilnehmer-ID hat, kannst du diese ebenfalls hinterlegen — das erleichtert den Versand spaeter.
3. Rechnungspositionen anlegen
Fuer jede Leistung oder jedes Produkt eine Position. Pro Position brauchst du Beschreibung, Menge und Einheit, Einzelpreis (netto) sowie den Umsatzsteuersatz (19%, 7% oder 0%).
Das Tool berechnet Nettobetrag, Steuerbetrag und Bruttobetrag automatisch. Achte darauf, dass die Summen stimmen. Rundungsdifferenzen sind ein haeufiger Validierungsfehler. Bei Freelancer-Rechnungen reicht meist eine Position mit Stundenanzahl und Stundensatz.
4. Leitweg-ID und Zahlungsinfos ergaenzen
Faelligkeitsdatum, IBAN und ggf. Skonto-Bedingungen. Bei Behoerden zwingend die Leitweg-ID im entsprechenden Feld (BT-10) eintragen. Ohne diese ID wird die Rechnung vom Empfangssystem abgewiesen — kein Verhandlungsspielraum.
5. Pruefen und generieren
Kontrolliere alle Angaben. Dann generiere die XRechnung. Das Ergebnis ist eine XML-Datei, die du speichern und versenden kannst. SimplyBills validiert die Datei automatisch gegen den KoSIT-Schematron-Standard, bevor sie ausgegeben wird.
XRechnung Muster XML — wie sieht das aus?
Zur Veranschaulichung: So sieht ein minimales XRechnung-UBL-Dokument fuer einen Solo-Freelancer aus (gekuerzt auf das Wesentliche):
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<ubl:Invoice xmlns:ubl="urn:oasis:names:specification:ubl:schema:xsd:Invoice-2">
<cbc:CustomizationID>urn:cen.eu:en16931:2017#compliant#
urn:xoev-de:kosit:standard:xrechnung_3.0</cbc:CustomizationID>
<cbc:ID>RE-2026-0001</cbc:ID>
<cbc:IssueDate>2026-05-27</cbc:IssueDate>
<cbc:DueDate>2026-06-10</cbc:DueDate>
<cbc:InvoiceTypeCode>380</cbc:InvoiceTypeCode>
<cbc:DocumentCurrencyCode>EUR</cbc:DocumentCurrencyCode>
<cbc:BuyerReference>04011000-1234512345-01</cbc:BuyerReference>
<cac:AccountingSupplierParty> ... </cac:AccountingSupplierParty>
<cac:AccountingCustomerParty> ... </cac:AccountingCustomerParty>
<cac:LegalMonetaryTotal>
<cbc:PayableAmount currencyID="EUR">1190.00</cbc:PayableAmount>
</cac:LegalMonetaryTotal>
<cac:InvoiceLine> ... </cac:InvoiceLine>
</ubl:Invoice>
Du siehst: Das ist nicht trivial, aber auch kein Hexenwerk. Wichtig sind besonders zwei Stellen — der CustomizationID-Hinweis auf XRechnung 3.0 und die BuyerReference mit der Leitweg-ID. Wenn du regelmaessig fakturierst, lohnt sich ein Tool, das die XML automatisch baut. Mehr Hintergrund zur Spezifikation findest du in unserem Artikel zum EN 16931 Standard.
Validierung — der Pflichtschritt vor dem Versand
Bevor du eine XRechnung verschickst, solltest du sie validieren. Das ist kein optionaler Schritt. Behoerden lehnen ungueltige Rechnungen ab. Und auch im B2B-Bereich willst du keine fehlerhaften Dateien versenden.
Was prueft die Validierung?
- Sind alle Pflichtfelder vorhanden?
- Stimmen die Datentypen (z.B. Datum im richtigen Format YYYY-MM-DD)?
- Sind die Codelisten korrekt (z.B. gueltige Steuercodes)?
- Stimmen die Summen (Positionsbetraege vs. Gesamtbetrag)?
- Ist die XML-Struktur wohlgeformt und schemakonform?
- Erfuellt das Dokument die XRechnung-spezifischen Geschaeftsregeln (Schematron)?
Welche Validatoren gibt es?
KoSIT-Validator: Das offizielle Tool der KoSIT. Open Source, kann lokal oder als Service genutzt werden. Prueft XRechnung und EN 16931. Sehr zuverlaessig und der Goldstandard fuer Behoerden.
Online-Validatoren: Verschiedene Anbieter bieten kostenlose Online-Pruefungen an. Du laedst die XML-Datei hoch und bekommst sofort ein Ergebnis. Praktisch fuer schnelle Checks. Beispiele: der Validator der Bundesdruckerei oder Mustangproject.
Integrierte Validierung: Gute E-Rechnungstools validieren automatisch vor dem Versand. Fehler werden direkt angezeigt, bevor die Rechnung rausgeht. SimplyBills macht das im Hintergrund — wenn etwas nicht passt, siehst du es direkt im Editor mit Klartext-Hinweis.
Versandwege: PEPPOL, ZRE, OZG-RE und E-Mail
Die XRechnung ist erstellt und validiert. Jetzt muss sie zum Empfaenger. Dafuer gibt es mehrere Wege — je nach Empfaenger ist ein anderer Kanal vorgeschrieben oder bevorzugt.
PEPPOL-Versand
PEPPOL (Pan-European Public Procurement Online) ist ein europaeisches Netzwerk fuer den Austausch von Geschaeftsdokumenten. Wenn dein Empfaenger im PEPPOL-Verzeichnis registriert ist, kannst du die XRechnung direkt ueber das Netzwerk zustellen. Das geht schnell, sicher und wird von immer mehr Behoerden und Unternehmen unterstuetzt.
Du brauchst dafuer einen PEPPOL Access Point. Das kann ein spezialisierter Dienstleister sein oder eine Software, die PEPPOL-Versand integriert hat. Die Zustellung erfolgt verschluesselt und mit Empfangsbestaetigung — quasi das DHL fuer Rechnungen.
ZRE und OZG-RE: XRechnung an den Bund senden
Fuer Rechnungen an Bundesbehoerden gibt es die Zentrale Rechnungseingangsplattform (ZRE) unter xrechnung.bund.de. Du laedst die XRechnung-Datei im Portal hoch, und sie wird an die zustaendige Behoerde weitergeleitet.
Fuer Rechnungen an Landesbehoerden und Kommunen gibt es die OZG-konforme Rechnungseingangsplattform (OZG-RE). Das Prinzip ist dasselbe: Hochladen und fertig. Manche Bundeslaender (Bayern, Sachsen, Hessen) betreiben eigene Portale.
Fuer beide Portale brauchst du ein ELSTER-Zertifikat oder ein BundID-Konto zur Authentifizierung. Falls du das noch nicht hast, beantrage es rechtzeitig — die Ausstellung dauert ein paar Tage.
Im B2B-Bereich ist der Versand per E-Mail die einfachste Variante. Du haengst die XML-Datei als Anhang an eine E-Mail und verschickst sie. Kein Portal, kein Netzwerk noetig. Mehr zur B2B-E-Rechnungspflicht findest du im separaten Ratgeber.
Allerdings: Nicht alle Empfaenger akzeptieren XRechnungen per E-Mail. Manche Behoerden bestehen auf dem Eingang ueber ZRE oder PEPPOL. Klaere vorher, welcher Kanal gewuenscht ist.
DE-Mail und besondere elektronische Postfaecher
Theoretisch auch ein Zustellweg, in der Praxis aber selten genutzt. Die meisten Unternehmen und Behoerden setzen auf PEPPOL, ZRE oder E-Mail.
Haeufige Fehler — und wie du sie vermeidest
Aus der Erfahrung mit hunderten von XRechnungen: Das sind die Fehler, die am haeufigsten auftreten.
Fehlende Leitweg-ID: Bei Rechnungen an Behoerden der Klassiker. Ohne Leitweg-ID wird die Rechnung abgewiesen. Kein Verhandlungsspielraum.
Falsche Steuerkategorie: Besonders bei steuerfreien Leistungen oder Reverse-Charge-Faellen wird oft der falsche Code eingetragen. Kleinunternehmer nach S19 UStG brauchen Code E mit Begruendung, nicht S. Das fuehrt sonst zu Validierungsfehlern und Rueckfragen.
Rundungsdifferenzen: Die Summe der Positionsbetraege muss exakt mit dem Gesamtbetrag uebereinstimmen. Schon ein Cent Abweichung kann die Validierung scheitern lassen. Ursache sind meist Rundungen bei der Steuerberechnung.
Fehlende Bankverbindung: XRechnung verlangt die Angabe einer Bankverbindung bei Ueberweisungs-Zahlart (Code 58). In der Praxis vergessen das erstaunlich viele.
Ungueltiges Datumsformat: XRechnung erwartet Datumsangaben im Format YYYY-MM-DD. Wer "27.05.2026" schreibt, bekommt einen Fehler.
Fehlende E-Mail des Verkaeufers: In XRechnung 3.0 ist die E-Mail-Adresse des Rechnungsstellers Pflicht (BT-43). Auch das wird gerne uebersehen.
Falsche XRechnung-Version: Die Empfangssysteme von Behoerden akzeptieren nicht immer alle Versionen. Pruefe vorher, welche Version gefordert wird. Aktuell ist Version 3.0.x der Standard.
Fehlende Bestellreferenz: Technisch kein Validierungsfehler, aber in der Praxis ein Problem. Ohne Bestellnummer kann der Empfaenger die Rechnung oft nicht zuordnen. Das verzoegert die Bearbeitung und damit die Zahlung.
XRechnung kostenlos erstellen — geht das?
Ja. Es gibt mehrere kostenlose Wege:
- SimplyBills Free-Plan: 5 XRechnungen pro Monat kostenlos, mit voller KoSIT-Validierung. Ideal fuer Solo-Selbstaendige mit wenigen Behoerdenkunden. Preise ansehen.
- ZRE Web-Formular: Auf der Zentralen Rechnungseingangsplattform des Bundes kannst du Rechnungen direkt im Webformular eingeben. Die Plattform generiert dann die XML. Aber: nur fuer Bundesbehoerden, und das Formular ist sperrig.
- Open-Source-Tools: Mustangproject, KoSIT-Validator, Open-eInvoice. Erfordern technisches Wissen und Kommandozeilen-Komfort.
Fuer Freelancer und Handwerker, die nur gelegentlich an Behoerden fakturieren, ist der SimplyBills Free-Plan der kuerzeste Weg. Wer mehr braucht — Logo, Mahnungen, unbegrenzte Rechnungen — wechselt fuer 9 Euro pro Monat in den Pro-Plan. Alle Features im Detail unter Funktionen.
Tipps aus der Praxis
Ein paar Dinge, die den Alltag leichter machen:
- Stammdaten pflegen: Je sauberer deine Kunden- und Unternehmensdaten sind, desto schneller geht die Rechnungserstellung. Leitweg-IDs, Adressen und Steuernummern einmal korrekt anlegen spart bei jeder Rechnung Zeit.
- Vorlagen nutzen: Wenn du regelmaessig an dieselben Empfaenger fakturierst, lege Vorlagen an. Wiederkehrende Positionen, Zahlungsbedingungen und Empfaengerdaten sind dann vorausgefuellt.
- Immer validieren: Auch wenn du dir sicher bist. Die Validierung dauert Sekunden und erspart dir peinliche Rueckläufer.
- Versandkanal vorher klaeren: Frag deinen Auftraggeber, ob er PEPPOL, ZRE oder E-Mail bevorzugt. Das spart Nachfragen und beschleunigt die Bezahlung.
- XML archivieren: Die XML-Datei ist das rechtlich relevante Dokument. Speichere sie sorgfaeltig. Ein visueller Ausdruck ersetzt nicht das Original.
- Alte PDFs nachruesten: Hast du noch viele PDF-Rechnungen aus 2024? Die kannst du per KI-Scan in eine E-Rechnung umwandeln — praktisch fuer Buchhaltung und Archiv.
Sonderfaelle
Ein paar Situationen, die in der Praxis regelmaessig Fragen aufwerfen:
Gutschriften: Auch Gutschriften muessen als XRechnung erstellt werden, wenn sie im B2B-Kontext ausgestellt werden. Der Rechnungstyp-Code ist dann 381 statt 380. Ansonsten gelten dieselben Pflichtfelder.
Teilrechnungen und Schlussrechnungen: Im Baugewerbe und bei Projekten sind Teilrechnungen ueblich. Jede Teilrechnung ist eine eigenstaendige XRechnung mit eigener Rechnungsnummer. In der Schlussrechnung verweist du auf die vorherigen Teilrechnungen ueber das Feld BT-25 (vorangehende Rechnungsreferenz).
Rechnungskorrekturen: Wenn du eine bereits versendete XRechnung korrigieren musst, erstellst du eine Stornorechnung und eine neue Rechnung. Die Stornorechnung verweist auf die urspruengliche Rechnungsnummer. Eine nachtraegliche Aenderung der Original-XML-Datei ist nicht zulaessig.
Kleinunternehmer: Du faekturierst nach S19 UStG ohne Umsatzsteuer? Dann setzt du in der XRechnung den Steuercode E (steuerbefreit) mit Begruendungstext "Kein Ausweis von Umsatzsteuer gemaess S19 UStG". Mehr dazu in unserem Artikel zur E-Rechnungspflicht fuer Kleinunternehmer.
Und bei B2B?
Bisher war XRechnung vor allem im oeffentlichen Bereich relevant. Mit der E-Rechnungspflicht ab 2025 aendert sich das. Auch Rechnungen zwischen Unternehmen muessen kuenftig in einem EN-16931-konformen Format ausgestellt werden.
Fuer B2B hast du die Wahl zwischen XRechnung und ZUGFeRD. Beide erfuellen die Anforderungen. XRechnung ist schlanker, ZUGFeRD bietet zusaetzlich eine PDF-Ansicht. Was besser passt, haengt von deinen Kunden ab. Manche bevorzugen das PDF fuer ihre Ablage, andere wollen reine Daten fuer die automatische Verarbeitung.
In SimplyBills kannst du pro Kunde festlegen, welches Format verwendet wird. So bedienst du beide Welten ohne Mehraufwand — bis zu 5 Rechnungen pro Monat sogar im Free-Plan.
FAQ — Haeufige Fragen zur XRechnung
Was ist eine XRechnung?
Eine XRechnung ist eine strukturierte XML-Datei nach EN 16931 mit deutscher CIUS-Spezifikation. Sie enthaelt alle Rechnungsdaten in maschinenlesbarer Form und ist Pflichtformat fuer Rechnungen an deutsche Behoerden.
Wer muss XRechnung verwenden?
Alle, die an deutsche Bundesbehoerden, oberste Landesbehoerden oder die meisten kommunalen Empfaenger fakturieren. Seit 2025 muss zudem jeder Unternehmer (auch Kleinunternehmer und Solo-Selbstaendige) E-Rechnungen im B2B-Bereich empfangen koennen — XRechnung ist dafuer eines von zwei zulaessigen Formaten.
Wie sende ich eine XRechnung an eine Behoerde?
Drei Wege: ueber das ZRE-Portal (Bund), ueber OZG-RE (Laender und Kommunen) oder direkt via PEPPOL-Netzwerk. Manche Behoerden akzeptieren XRechnung auch per E-Mail-Anhang — vorher beim Auftraggeber nachfragen. Die Leitweg-ID des Empfaengers muss zwingend in der XML enthalten sein.
XRechnung kostenlos erstellen — geht das?
Ja. SimplyBills bietet im Free-Plan 5 XRechnungen pro Monat kostenlos inkl. KoSIT-Validierung. Alternativ kann man auf der ZRE-Plattform des Bundes direkt im Webformular eine XRechnung eingeben und versenden. Wer technisch versiert ist, kann auch Open-Source-Tools wie Mustangproject nutzen.
Welche Validierung braucht eine XRechnung?
Zwei Stufen: Schema-Validierung (ist die XML wohlgeformt und entspricht sie dem UBL- oder CII-Schema?) und Schematron-Validierung (erfuellt sie die XRechnung- und EN-16931-Geschaeftsregeln?). Der offizielle KoSIT-Validator prueft beides. Gute Rechnungstools machen das automatisch vor dem Versand.
PEPPOL-Versand — wie funktioniert das?
Du brauchst einen PEPPOL Access Point — entweder als Dienstleister oder ueber ein Tool, das PEPPOL integriert hat. Der Empfaenger muss im PEPPOL-Verzeichnis mit einer Teilnehmer-ID registriert sein. Dann wird die XRechnung verschluesselt durch das Netzwerk zugestellt, inkl. Empfangsbestaetigung.
Kann ich XRechnung-XML manuell schreiben?
Technisch ja, praktisch nein. Die XML-Struktur ist komplex, es gibt rund 150 Geschaeftsregeln, und die Validierung ist streng. Schon ein falscher Steuercode oder eine Rundungsdifferenz von einem Cent fuehrt zur Ablehnung. Fuer regelmaessigen Versand lohnt sich immer ein Tool wie SimplyBills, das die XML automatisch baut und validiert.
Zusammenfassung
Eine XRechnung zu erstellen ist kein Hexenwerk. Du brauchst die richtigen Daten (Leitweg-ID, Steuernummer, Bankverbindung), ein geeignetes Tool und ein paar Minuten Zeit. Die haeufigsten Fehler lassen sich durch Validierung vor dem Versand vermeiden.
Der Ablauf: Daten eingeben, Positionen anlegen, Format waehlen, validieren, versenden. Mit einem guten Tool dauert das tatsaechlich nicht laenger als fuenf Minuten pro Rechnung. Und mit jeder weiteren Rechnung geht es schneller, weil Stammdaten und Vorlagen die Arbeit abnehmen.
Wenn du noch heute deine erste XRechnung versenden willst: Im SimplyBills-Editor startest du ohne Installation, ohne Kreditkarte. Bis zu 5 XRechnungen pro Monat sind dauerhaft kostenlos.